Der Museumsraum im Sackhaus in Schöllkrippen

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Streiflichter aus der Geschichte eines über 500-jährigen Gebäudes:

1473   Bau des Sackhauses, dessen Eichenholz aus dem Spessart entnommen wurde. Dies geschah wohl zur Dienstzeit von Hans Kyle, des ersten Laubmeisters über den Spessart, der auch Vogt und Schultheis zu Schöllkrippen war. Der Fachwerk-Speicher mit Lehmgefachen entstand abseits der sonstigen Bebauung. Seine Funktion bestand darin, dass der Mainzer Amtsinhaber dort den Zehnt, die Naturalsteuer, in Empfang nehmen und auch lagern konnte.

1572   Erweiterung durch einen repräsentativen Fachwerkbaus im Renaissance-Stil an den Kernbau des Sackhauses.
        Auf einer Knagge (Balkenende) ist die Jahreszahl 1572 zu lesen. Die ungewöhnlich reichen Zierformen des Fachwerks wie
        „Mannfiguren“ und „Feuerböcke“ weisen auf Wohlstand hin und darauf, dass uralte „Schutzsymbole“ ebenfalls eine
        Renaissance erlebten. 


1585  Erweiterung durch einen Steinbau, der dem Darstellungsbedürfnis eines späteren Amtsvorstehers gerecht wurde.

1682   Erweiterung um einen Anbau über die ganze Länge (NW-Seite) des Gebäudeensembles, die sogenannte Abschleppung,
        zur erheblichen Vergrößerung der Wohn- und Wirtschaftsräume des Amtsinhabers.


1783   Privatisierung des Sackhauses. Es ging in den Besitz von vier Familien über. Grund für diese gravierende Veränderung
        war, dass der Sitz des „Amtes an der Kalde – Schöllkrippen“, damals mit dem von Oberafferbach vereinigt und die 
        Kellerei von Kaltenberg neuer Amtssitz wurde.


1960   gab es noch zwei private Nutzer des Sackhauses, an dem der Zahn der Zeit immer stärker nagte; der Wunsch nach
        Abriss wurde schon geäußert.....


1981   setzte der Kreisrat und Rektor Theo Büttner, Schöllkrippen, alle Hebel in Bewegung, um eine Anerkennung des
        Sackhauses als besonders schützenswertes, historisches Gebäude zu erlangen.


1982   Gründung des Heimat- und Geschichtsvereins Oberer Kahlgrund e.V. von vielen engagierten Bürgern des Oberen
        Kahlgrundes
, der sich zunächst hauptsächlich um den Erhalt des Sackhauses kümmerte.


1995   stimmte der Gemeinderat des Marktes Schöllkrippen mit 11:4 Stimmen dem Kauf des Sackhauses zu.

1996   Nutzungs- und Finanzierungskonzepte entstanden und es konnte mit der Sanierung begonnen werden.
                       

2001   Übergabe des Sackhauses seiner Bestimmung: 
        Sozialstation,  Seniorentagesstätte,  Museumsraum,  Archiv,  Vortragsraum     

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